Netzwerken à la Kennedy

Im Laufe meiner Netzwerkaktivitäten als XING-Ambassador für die Region Ulm – wenn nicht sogar deutlich früher – hat sich mein Slogan heraus kristallisiert, den ich etwas abgeändert nun zur Veranschaulichung meines Tuns verwende. Ich gebe zu, es ist kein komplett neuer Slogan, sondern ich habe ihn vom 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy, entliehen und abgewandelt.

John F. KennedyKennedy adressierte bei seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 den berühmten Satz an seine Landsleute

Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann – fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt.

Ich gebe zu, dass ich es mir recht leicht gemacht habe, indem ich das Wort “Land” durch “Netzwerk” ersetzt und von der zweiten Person Plural in den Singular wechselte. Meine Devise für das Netzwerken – ob beruflich oder privat –  lautet somit

Frage nicht was Dein Netzwerk für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Netzwerk tun kannst.

und drückt aus meiner Sicht sehr gut aus, dass es beim Netzwerken eben nicht darum geht, seine Kontakte “abzuernten” und sich persönlich Vorteile zu verschaffen, sondern vielmehr darum, dass man seinen Kontakten helfen oder ihnen einen Tipp geben soll.

Deshalb betrachte ich das Netzwerken auch nicht als eine gerade angesagte Form der Akquise, sondern vielmehr als “Geben und Bekommen”. Bekommen deshalb, weil ich mein Netzwerk gerne als komplexen Organismus betrachte und nicht nur als eine Menge von 1:1 Kontakten, mit denen ich Gefälligkeiten austausche.

Nach meinem Verständnis – und dem vieler anderer überzeugter Netzwerker – gebe ich einem oder mehreren meiner Kontakte aus meinem Netzwerk eine Hilfestellung, beispielsweise eine Empfehlung, und bekomme unabhängig davon von einem anderen Kontakt aus meinem Netzwerk zu gegebener Zeit ebenso einen Tipp oder eine andere Unterstützung.

Ich bin kein Banker und muß daher auch nicht für jeden meiner Kontakte ein Konto führen, bei dem ich ständig versucht bin es ausgeglichen zu gestalten und mich etwa selbst unter Druck zu setzen dieses Konto immer ausgeglichen zu halten.

Stattdessen vertraue ich einfach darauf, dass ein natürlicher Ausgleich stattfindet und sich Aufwand und Ertrag auf natürliche Weise die Waage halten. Dieses Prinzip ist auch bekannt als Reziprozität.